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Der Bilderstürmer: Rentner zerstört Meisterwerke in der Alten Pinakothek München

Münchner Kriminalfälle aus dem Archiv: Ein Rentner zerstört gezielt alte Gemälde. Mit Schwefelsäure attackiert er auch weltberühmte Gemälde in Münchens Alte Pinakothek – ein Fall, der Museen Europas in Alarm versetzte.

Aus zwei kleinen Sektflaschen spritzt er ätzenden Schwefel auf drei Gemälde, die – so später der Staatsanwalt – „zum kulturellen Erbe der Menschheit gehören“: die „Beweinung Christi“ (um 1500, eine Stiftung des Nürnberger Goldschmieds Glimm für sich und seine „zwey verstorbenen Weiber“), die Tafel „Maria als Schmerzensmutter“ (ein zentrales Meisterwerk aus der Dürer-Werkstatt, das ursprünglich mit sieben Darstellungen aus dem Leben Jesu, inzwischen in Dresden, eine Einheit bildete) und die Mitteltafel des Paumgartner-Altars mit dem Monogramm AD.

Bevor Bohlmann seine Tat beenden kann, werden die Schüler auf ihn aufmerksam. Sie drängen ihn weg von den Bildern, Aufsichtsbeamte halten ihn fest. Er habe seinen Protest ausdrücken wollen, sagt er in der Vernehmung, weil ihm von seiner 900-Mark-Rente monatlich 158,60 DM abgezogen werden – zur Schadensregulierung.

Am 25. Juni 2006 wird er abermals gefasst, nachdem er ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert im Rijksmuseum in Amsterdam verätzt hat.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/der-bilderstuermer-rentner-zerstoert-meisterwerke-in-der-alten-pinakothek-muenchen-art-747070